CarnivoreCore

Blutwerte

Laborwerte bei Carnivore: sinnvolles Panel statt Sammelalbum

Welches Blutbild bei carnivorer Ernährung sinnvoll ist – Schilddrüse, Ferritin, Niere, Lipide, Entzündung – und was Sie nicht im Forum nachjustieren.

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Auf einen Blick

  • Ein sinnvolles Panel ist kurz, wiederholbar und an Klinik gebunden. Kein 40-Marker-Screening aus Neugier.
  • Schilddrüse, Eisenstatus, Niere und Entzündung brauchen Kontext: Symptome, Medikamente, Training, Fleischmahlzeit vor der Abnahme.
  • Referenzintervalle sind Populationsstatistiken. Abweichung heißt nicht automatisch Krankheit. Extremwerte heißen nicht 'für Carnivore normal'.
  • Niemand sollte Troponin, Kalium oder TSH-Extreme im Forum nachjustieren.

Panel statt Sammelalbum

Blutwerte sind teuer, angstbesetzt und nützlich – in dieser Reihenfolge, wenn man sie schlecht einsetzt. Ein gutes Panel beantwortet eine Frage („Wie sieht mein Eisenstatus nach einem Jahr viel Häm-Eisen aus?“) und wird verglichen: mit Ihnen vor sechs Monaten, nicht mit einem Influencer. Kernpanel und optionale Erweiterungen. Deutung einzelner Marker steht im Artikel zu Blutwerten. Lipide: ApoB/LDL.

Red Flag im Laborausdruck

Sehr hohes oder niedriges Kalium oder Natrium, akuter Kreatinin-Anstieg, TSH extrem, Ferritin in Extrembereichen plus Symptome, Troponin, Glukose entgleist: das ist keine Selbstinterpretation. Siehe Red Flags.

Wann messen?

Vor dem Start oder in einem stabilen omnivoren Alltag: Baseline.

Nicht in Woche 2 als Erfolgsmessung. Wasser, Glykogen, Kalorien und Schlaf verzerren.

Nach 8–12 Wochen einer einigermaßen stabilen Praxis, oder früher bei Symptomen.

Nüchtern, hydriert, ohne Extremsport am Vortag, ohne riesige Fleischmahlzeit unmittelbar vor der Nieren-/Kreatinin-Abnahme, wenn Sie den Marker ernst nehmen. Schwangere, Stillende, Kinder und Menschen mit bekannter Erkrankung: das Panel gehört in die behandelnde Praxis.

Kernpanel (pragmatisch)

Blutbild, Ferritin, Transferrinsättigung oder löslicher Transferrinrezeptor.

Stoffwechsel: Nüchtern-Glukose, HbA1c, Insulin (optional).

Lipide: Gesamtcholesterin, HDL, LDL-C, Triglyzeride, besser zusätzlich ApoB oder non-HDL.

Schilddrüse: TSH, freies T4 (ggf. freies T3 bei Bedarf).

Nieren: Kreatinin, eGFR, ggf. Cystatin C.

Elektrolyte: Natrium, Kalium, Magnesium. Leberwerte und CRP/hsCRP je nach Kontext.

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Quellen

  1. CLSI / IFCC – Konzept der Referenzintervalle (populationsbasiert, methodenabhängig)
  2. WHO – Haemoglobin concentrations for the diagnosis of anaemia (Kontext Blutbild)
  3. Adams & Barton 2007 – Haemochromatosis (Lancet, PMID 18022044)
  4. Jonklaas et al. 2014 – Guidelines for the treatment of hypothyroidism (ATA, PMID 25266247)
  5. KDIGO – CKD evaluation and management (eGFR-Kontext, keine Carnivore-Leitlinie)
  6. Ference et al. 2017 – ApoB und kardiovaskuläres Risiko (PMID 28330828)
  7. Pearson et al. 2003 – Markers of inflammation and cardiovascular disease (AHA/CDC, PMID 12551878)

Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle medizinische, ernährungstherapeutische oder diagnostische Beratung.

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